Paul Köster GmbH wirbt aktiv um Frauen in technischen Berufen

09. Okt 2019

Interview mit Jennifer Trahe

Medebach. Frauen und Technik – diese Kombination passt! Allerdings hat sie sich auch heute in Industrie und Handwerk noch nicht gänzlich durchsetzen können. Bewerbungen von Frauen für technische Berufe sind bislang die Ausnahme. Auch bei der Firma Paul Köster aus Medebach. Dies soll sich beim Maschinenbauer in Zukunft ändern, der Anteil an Frauen in den attraktiven Berufsfeldern nachhaltig steigen. Um dieses Ziel zu erreichen, wirbt das weltweit agierende Unternehmen aktiv und offensiv um Bewerberinnen für die technischen Ausbildungsberufe. Bestes Beispiel dafür, dass dieses Werben erfolgreich sein kann, ist die technische Produktdesignerin und Maschinenbau-Technikerin Jennifer Trahe. Sie hat 2009 ihre Ausbildung bei Paul Köster begonnen, wurde anschließend übernommen und empfiehlt technik-affinen Schülerinnen und Studentinnen im Interview, den nächsten Schritt zu gehen und sich selbstbewusst zu bewerben.

Frage: Frau Trahe, haben Sie Ihren Traumberuf bei Paul Köster gefunden?

Jennifer Trahe: Definitiv. Die Entscheidung, technische Produktdesignerin zu werden und dieses Ziel auch konsequent zu verfolgen, war die absolut richtige. Der Beruf ist erfüllend, passt zu mir und meinen Vorstellungen. Ich kann hier optimal meinen Wunsch nach einem Beruf, der Technik und Büro vereint, ausüben. Ich darf sehr kreativ arbeiten und jedes Projekt ist so individuell, dass es nie langweilig wird im Alltag. Flexibilität ist gefragt sowie gutes Teamwork in und mit allen Abteilungen. Zudem ist es unglaublich spannend, tagtäglich die Fähigkeit zu beweisen, sich in ein Projekt selbstständig hineinzudenken und die passende Lösung zu finden. Hinzu kommt das sehr familiäre und kollegiale Arbeitsklima bei der Firma Paul Köster. Es passt also alles zusammen.

Frage: Wann hat sich bei Ihnen der Wunsch entwickelt, beruflich auf jeden Fall die technische Richtung einzuschlagen?

Jennifer Trahe: Mir war schon früh klar, dass ich gerne einen Beruf ergreifen möchte, der Technik mit Büro-Tätigkeiten verbindet. Da ist das Berufsbild der technischen Produktdesignerin optimal. Schließlich reicht mein Aufgabengebiet von der Erstellung von Zeichnungen und technischen Unterlagen für den Maschinenbau mithilfe einer CAD-Software bis hin zur Konstruktion von verschiedensten Maschinenbauteilen. Einen entscheidenden Ausschlag bei mir hat sicher auch gegeben, dass ich in meiner Kindheit immer schon mit meinem Vater geschraubt habe. Technik hat mich also schon immer fasziniert.

Frage: Über welchen Weg haben Sie dann zum Unternehmen Paul Köster gefunden?

Jennifer Trahe: Ich habe zunächst die Realschule absolviert und später dann noch die Höhere Handelsschule. In einem Praktikum bei der Medebacher Architektin Helga Köster-Saure kam das Gespräch auch auf die Firma Paul Köster. Ich habe mich dann unter anderem auf der Webseite www.paul-koester.de informiert und schließlich beschlossen, mich für eine Ausbildung zur technischen Produktdesignerin zu bewerben. Ich bin sehr froh, diese Entscheidung getroffen zu haben, weil die Ausbildung richtig Spaß gemacht hat und ich anschließend mit Unterstützung meines Arbeitgebers berufsbegleitend eine Weiterbildung zur Technikerin absolvieren konnte. Die Möglichkeiten, sich aus- und weiterbilden zu lassen, sind also sehr vielseitig und gut.

Frage: Wie lange dauert die Ausbildung, was zeichnet sie aus?

Jennifer Trahe: Die Ausbildung dauert insgesamt 3,5 Jahre. Sie ist sehr fundiert, abwechslungsreich und hervorragend konzipiert. Bei Paul Köster werden die Auszubildenden grundsätzlich direkt in die betrieblichen Abläufe und in die Projekte eingebunden. Bei mir war es zum Beispiel so, dass ich über sechs Monate auch direkt im Maschinenbau im Werk gearbeitet habe. So habe ich einen optimalen Einblick in die Herstellungsabläufe erhalten und kann diese Erfahrungen nun in meiner Tätigkeit als technische Produktdesignerin in der Konstruktion perfekt einfließen lassen.

Frage: Haben Sie jemals Unterschiede bemerkt in der Wahrnehmung oder Behandlung von männlichen und weiblichen Angestellten in ihrem Arbeitsalltag?

Jennifer Trahe: Nein, überhaupt nicht. Hier wird wirklich jeder gleichbehandelt, mit viel Wertschätzung und Respekt. Sowohl bei den Beschäftigten in der Belegschaft untereinander als auch im Verhältnis zu den Abteilungsleitern. Da gibt es keine Unterschiede. Dies ist auch gut so, denn mit Samthandschuhen möchte ich nicht angefasst werden. Hier herrschen eine sehr kollegiale Atmosphäre und insgesamt eine große Hilfsbereitschaft untereinander.

Frage: Können Sie nachvollziehen, dass immer noch wenige Frauen technische Berufe wählen?

Jennifer Trahe: Nein, diese Ängste kann ich aufgrund meiner Erfahrungen nicht verstehen. Angst, sich zu bewerben und seinen Berufswunsch zu realisieren, braucht wirklich niemand zu haben. Ich kann allen Schülerinnen und Studentinnen, die sich für einen technischen Beruf interessieren, nur raten, sich zu bewerben oder vorab ein Praktikum zu absolvieren. Mir hat es geholfen.

Ausgebildet werden beim Unternehmen Paul Köster folgende technische Berufe (m/w/d): Feinwerkmechaniker, Fachrichtung Maschinenbau, Metallbauer, Fachrichtung Konstruktionstechnik, Technischer Produktdesigner, Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion, Zerspanungsmechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Fachinformatiker für Systemintegration sowie Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Bewerbungen sind sowohl per Post und Mail als auch online über die Webseite www.paul-koester.de/karriere möglich.

Text: Ralf Hermann, Textzeit Winterberg

Jennifer Trahe wusste schon früh, dass sie einen technischen Beruf ergreifen würde. Ihre Begeisterung ist bis heute ungebrochen.
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